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Amphibien gehen auf Wanderschaft

27.02.2021

Mitmach-Aktion!

Die milderen Temperaturen und Regenfälle locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Sie begeben sich auf einen mühsamen und oft gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern, Weihern und Tümpeln.

Sobald im Frühling die Temperaturen auch an frühen Abenden nicht unter 5° fallen, kommen die Amphibien oft scharenweise aus Verstecken im Waldboden. Ihre Laichwanderung führt sie fast immer über Straßen, die sie dann vor allem in den Abend- und Nachtstunden überqueren wollen. Um die Amphibien vor dem Verkehrstod zu retten, sind in den nächsten Wochen auch in unserem Landkreis wieder die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz (BN) an Straßenrändern unterwegs. Sie haben Amphibienzäune aufgebaut, sammeln die Tiere ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite, oft bis direkt ans Gewässer. „Der Klimawandel mit milderen und kürzeren Wintern führt dazu, dass diese Arbeiten immer früher im Jahr beginnen müssen, während das Sammelende gleich bleibt. Damit steigt der Betreuungsaufwand oft enorm“, berichtet Günter Krell, der Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz. In ganz Bayern seien es rund 6000 freiwillige Helfer, die sich um die Laichwanderungen kümmern. „Die Rettung unserer Amphibien ist damit die größte Tier- und Artenschutzaktion Bayerns“, so Krell. „Dennoch gibt es immer wieder Strecken, die aus Mangel an freiwilligen Helfern nicht betreut werden können. Jede Hilfe ist nötig und willkommen!“. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seien jedes Jahr etwa 40 Ehrenamtliche bereit, den Amphibien zu helfen. „Im vorigen Jahr wurden über 5400 Kröten, Frösche und Molche sicher über die Straße gebracht“, berichtet Krell. Neben den Laichwanderungen bei Straß, Kochheim, Weidorf, Brunnen und Königslachen wird auch die feste Leiteinrichtung bei Nähermittenhausen vom BUND Naturschutz betreut, wo heuer eine Zählung der gesamten Amphibienwanderung stattfindet. Die Wasserwacht schützt eine Amphibienwanderung mit Zaun bei Ballersdorf. Vorallem beim Königslachener Straßenübergang wird vom BUND Naturschutz Schrobenhausen die Vielzahl an Teichmolchen besonders geschützt.

Jeder kann mithelfen! Der BN bittet Autofahrer in den kommenden Wochen um erhöhte Aufmerksamkeit, besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

  • Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnschilder an den Amphibienschutzzäunen.

  • Achten Sie an den Stellen, an denen ehrenamtliche Naturschützer Krötenzäune errichtet haben, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln

  • Der BN bittet um Ihre Mithilfe: Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Oder Sie wollen mithelfen? Entsprechende Anleitung bei Fragen erhalten Sie von uns. Wenden Sie sich bitte per Mail an: bn-neuburg@web.de oder an das Büro des BN in Neuburg, Tel. 08431-1705.