BN-Projekt Hilfe für die Weißstörche im Landkreis

28 Nester, so viele wie noch nie im Landkreis, sind 2020 bewohnt, davon fünf von Weißstörchen selbst gebaut. In den meisten stellte sich Bruterfolg ein.

Schwegler

Burgheim, Nest von 1953

27.07.2020

Aus Tradition gab es in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf mehreren Kirchen im Altlandkreis Neuburg noch künstliche Storchennester. In Burgheim z.B. hatten einige verwegene Männer 1953 auf dem imposanten hohen Kirchendach ein Wagenrad als Boden für ein Storchennest angebracht, das etwa zehn Jahre von Störchen genutzt wurde. Ab etwa 1963 aber nistete kaum noch ein Storchenpaar im Landkreis. Die Weißstorchpopulation war dann bis 1988 so sehr dezimiert, dass in ganz Bayern nur noch 58 Brutpaare gezählt werden konnten.

Erst im Jahre 2003 sah sich die Kreisgruppe des BN finanziell in der Lage, ein eigenes leistungsfähiges Weißstorchprojekt im Landkreis aufzulegen. Die Ortsgruppe Schrobenhausen machte dabei den Anfang. Die BN-Kindergruppe polsterte und schmückte die Nisthilfe aus verzinktem Eisen mit Zweigen, Feuerwehr und ehrenamtliche Helfer brachten das Nest sodann auf den Dachfirst des Rathauses. Seitdem wurde Schrobenhausen von Weißstörchen regelrecht be-siedelt - bis zum höchsten Besatz 2020 mit sechs Nistpaaren mitten in der Stadt! Im BN-Weißstorchprojekt plante, organisierte und dokumentierte Gunter Weinrich ehrenamtlich die gesamten Arbeiten, zunächst für Sanierung und Umbau von vier vorhandenen Nestern.

Innerhalb von 15 Jahren errichtete der BN 12 stabile Nisthilfen, konstruktiv und handwerklich durchgeplant, an günstigen Standorten im gesamten Landkreis. Auch auf hohen Masten statt auf Gebäuden brachte Weinrich die eisernen Nester an, eine Bauweise, die sich sodann im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gut bewährte.  Sehr aufwändig gestalteten sich die Neuinstallationen auf den Kirchen von Burgheim (2008) und Hollenbach (2018). Die Entwürfe von Gunter Weinrich wurden dort im Zuge von Baumaßnahmen umgesetzt. BN-Mitglieder standen immer bereit zu praktischer Naturschutzarbeit.In Privatinitiative ent-standen zudem einige Storchennester auf Masten, die 2020 ebenfalls von Storchenpaaren angenommen wurden. Aber wohl noch mehr als fehlende Nisthilfen werden Trockenperioden mit ausgedörrten Wiesen selbst im Donaumoos in Zukunft den Vögeln das Leben erschweren.