Osterhase in Not

BUND Naturschutz fordert: Mehr naturnahe Flächen in der Agrarlandschaft

Der Legende nach versteckt „Meister Lampe“ an Ostern die bunten Eier. Noch. Schwindende Lebensräume machen dem Feldhasen auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zu schaffen. Das kann sich nur ändern, wenn im neuen Doppelhaushalt 2017/2018, über den der bayerische Landtag bald entscheidet, deutlich mehr Mittel für naturnahe Flächen in der Agrarlandschaft zur Verfügung gestellt werden.

Foto von Heinz Tuschl

23.03.2016

Früher war der Feldhase ein „Allerweltstier“, heute ist er ein seltener Anblick geworden und steht in Deutschland auf der Roten Liste. Der Feldhase braucht Lebensräume in der Feldflur, und diese fallen auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen immer mehr der Intensivierung der Landwirtschaft zum Opfer. Allein die Blühflächen in Bayern sind von 20.000 Hektar im Jahr 2014 auf 9000 Hektar im Jahr 2015 zurückgegangen. Die Flächenverluste durch Straßenbau, Siedlungen und Gewerbegebiete tun ein Übriges. "Die Hasenreviere werden durch Straßentrassen zerschnitten, begrenzt und isoliert", meint Günter Krell, der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz. "Auch in unserem Landkreis beteiligt man sich am Wettlauf, wer die meisten Gewerbegebiete ausweist. Zusätzlich wurden gerade in den letzten drei Jahren so viele Baugebiete ausgewiesen wie schon lange nicht mehr. Danach folgt die Forderung nach mehr Straßen - fast in jeder Gemeinde unseres Landkreises liegen Planungen für eine oder mehrere Umfahrungsstraßen in den Schubladen. Die Verkleinerung der Lebensräume ist dadurch behördlich geplant und begünstigt."

Um einen weiteren Rückgang der Hasenbestände zu vermeiden, fordert der BUND Naturschutz den Erhalt und die Verbesserung der Lebensräume für Meister Lampe: alte Heckenbestände, Ackerraine und Brachflächen müssen erhalten bleiben und ausgebaut werden. Der ökologische Landbau, der auf Mineraldünger und chemische Spritzmittel verzichtet, der viele verschiedene Kulturen anbaut und für den Wildkräuter nicht nur Unkraut sind, muss weiter vorangebracht werden, ebenso wie Extensivierungsprogramme. Konkret fordert der BN, die Mittel für den Vertragsnaturschutz im neuen Doppelhaushalt zu verfünffachen. „Sonst werden Kinder in zehn Jahren womöglich nur noch den Schokoladenhasen aus dem Supermarkt kennen“, warnt der BN-Kreisvorsitzende. Auch andere Tiere wie Goldammer und Kiebitz, denen es bei uns nicht gut geht, werden davon profitieren, so Krell weiter.

Jeder kann durch den Kauf von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau diese Forderung unterstützen und so dem „Osterhasen in Not“ helfen.

Der Feldhase ist ein Tier mit beeindruckenden Fähigkeiten: Er ist ein Meister der Tarnung mit hervorragendem Gehör. Durch seine langen, kräftigen Hinterbeine ist der Feldhase sehr flink: Auf der Flucht erreicht er Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h, kurzzeitig sogar bis zu 70 km/h – das ist schneller als ein Rennpferd im Galopp! Dabei schlägt er 90-Grad-Haken und kann bis zu drei Meter hoch und sieben Meter weit springen. Um die Damen zu beeindrucken, liefern sich die männlichen Hasen in der Paarungszeit spektakuläre Boxkämpfe und Wettrennen. Übrigens: Vom Wildkaninchen kann man den Feldhasen durch seine deutlich größeren Ohren unterscheiden.

Mehr Informationen zum Feldhasen auf

www.bund-naturschutz.de/artenbiotopschutz/artbeschreibungen/feldhase.html