Projekt: Hilfe für die Schleiereulen im Landkreis

Die Schleiereule (Tyto alba) lebt überwiegend in waldarmen Agrarlandschaften am Rand von dörflichen Siedlungen.

 

28.07.2020

Mitte der 80er Jahre erkannte die Artenschutzgruppe des BN-Kreisverbands mit Karl Heinz Schaile und Ulrich Kaiser einen schweren Rückgang dieser Großvögel im Landkreis. Ursächlich waren nicht nur strenge Winter. Schleiereulen hängen in hohem Maß von der Bewirtschaftung der Nutzflächen ab. Gefährdung ergibt sich aus dem knapper werdenden Nahrungsangebot, der Umwandlung von Wiesen in Ackerland und dem Chemieeinsatz gegen Nagetiere.Hinzu kommt die Verringerung der Brutplätze durch Abbruch oder Sanierung von landwirtschaftlichen Gebäuden mit dem traditionellen „Eulenloch“. Die BNKreisgruppe beabsichtigte, wenigstens mit einem Angebot von künstlichen Nisthilfen in einem Schleiereulenprojekt weitere Einbrüche der Eulenvorkommen aufzuhalten.Dafür waren im Landkreis an geeigneten Standorten Gebäude zu finden, in denen Schleiereulenkästen angebracht werden dürfen. Die Kästen müssen den Anforderungen der Eulen genügen: Großes Raumangebot, ein passendes Einflugloch und zwei Abteilungen mit Durchgängen sind gewünscht, an der Rückseite soll eine breite Reinigungsklappe den Zugang ermöglichen.Die „Eulengruppe“ baute die Kästen selbst, später wurden Schreiner beauftragt. Die Montage in den Scheunen verlangt den ehrenamtlichen Helfern stets große Anstrengung ab, die schweren Kisten müssen möglichst hoch an einer Wand mit Außenöffnung montiert werden.10 Jahre wirkte Ulrich Kaiser als Organisator und Betreuer des Schleiereulenprojekts, fand Mitarbeiter und immer mehr Montageplätze. 1996 setzte Gunter Weinrich die Betreuung und Dokumentation des Eulenprogramms fort. Dank der kontinuierlichen Arbeit über Jahrzehnte, dem zuverlässigen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer und der großen Unterstützung durch Landwirte und weitere Eulenfreunde, die ihre Gebäude weiterhin als Nistplatz anbieten, kann das BN-Programm jetzt mehr als 120 montierte Nisthilfen im gesamten Landkreis vorweisen. Die Mitglieder der Naturschutzwacht des Landkreises unterstützen die aufwändige Kontrolle der Kästen. Bis zu 30 Brutplätze konnten in manchen Jahren festgestellt werden.