Amphibien gehen in diesem Jahr sehr früh auf Wanderschaft

Mitmach-Aktion!

Klimawandel erschwert Schutzmaßnahmen

Die milderen Temperaturen und Regenfälle der letzten Tage haben Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren gelockt. Sie begeben sich auf einen mühsamen und oft gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern, Weihern und Tümpeln.

Sobald im Frühling die Temperaturen auch an frühen Abenden nicht unter 6° fallen, kommen die Amphibien oft scharenweise aus Verstecken im Waldboden. Ihre Laichwanderung führt sie fast immer über Straßen, die sie dann vor allem in den Abend- und Nachtstunden überqueren wollen. Um die Amphibien vor dem Verkehrstod zu retten, sind in den nächsten Wochen auch in unserem Landkreis wieder die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz (BN) an Straßenrändern unterwegs. Sie haben Amphibienzäune aufgebaut, sammeln die Tiere ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite, oft bis direkt ans Gewässer. „Der Klimawandel mit milderen und kürzeren Wintern führt dazu, dass diese Arbeiten immer früher im Jahr beginnen müssen, während das Sammelende gleich bleibt. Damit steigt der Betreuungsaufwand oft enorm“, berichtet Günter Krell, der Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz. In ganz Bayern seien es rund 6000 freiwillige Helfer, die sich um die Laichwanderungen kümmern. „Die Rettung unserer Amphibien ist damit die größte Tier- und Artenschutzaktion Bayerns“, so Krell. „Dennoch gibt es immer wieder Strecken, die aus Mangel an freiwilligen Helfern nicht betreut werden können. Jede Hilfe ist nötig und willkommen!“. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seien jedes Jahr etwa 40 Ehrenamtliche bereit, den Amphibien zu helfen. „Im vorigen Jahr wurden über 5400 Kröten, Frösche und Molche sicher über die Straße gebracht“, berichtet Krell. Neben den Laichwanderungen bei Straß, Klingsmoos, Kochheim, Weidorf, Brunnen, Aresing und Königslachen wird auch die feste Leiteinrichtung bei Nähermittenhausen vom BUND Naturschutz betreut. Die Wasserwacht schützt Amphibienwanderungen mit Zäunen bei Baring und Rohrenfels.

Jeder kann mithelfen! Der BN bittet Autofahrer in den kommenden Wochen um erhöhte Aufmerksamkeit, besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

  • Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnschilder an den Amphibienschutzzäunen.

  • Achten Sie an den Stellen, an denen ehrenamtliche Naturschützer Krötenzäune errichtet haben, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln

  • Der BN bittet um Ihre Mithilfe: Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Oder Sie wollen mithelfen? Dann wenden Sie sich bitte per Mail an: bn-neuburg@web.de oder an das Büro des BN in Neuburg, Tel. 08431-1705.

Was geschieht mit dem Großen Mausohr im Lazarettgebäude?

Das Große Mausohr ist eine in Deutschland bedrohte und somit gesetzlich geschützte Fledermausart. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen findet diese Art Lebensraum, der aber durch einen Bebauungsplan erheblich gefährdet ist. Eine der bedeutendsten Mausohr-Wochenstuben befindet sich im ehemaligen Lazarett an der Donauwörther Straße in Neuburg. Das Gebäude soll abgerissen werden.

Im ehemaligen Lazarett an der Donauwörther Straße B 71 richten Mausohrweibchen seit Jahrzehnten jedes Jahr im Frühling ihre Wochenstube ein, in der sie ihre Jungen großziehen. Eben jenes historische, ca. 140 Jahre alte Gebäude aber soll bald, mit Einwilligung des Stadtrats, abgerissen werden und einem vier bis sechsgeschossigen Neubau mit Supermarkt weichen. Damit würde zwar eine Versorgungslücke in diesem Stadtteil geschlossen werden, doch die Zukunft des Mausohrs in diesem Gebiet wäre ungewiss. Der Dachstuhl des Gebäudes bildet nämlich eine der drei bedeutendsten Mausohrwochenstuben im Landkreis.

Laut Regierung von Oberbayern und Landratsamt Neuburg a. d. Donau müssen – neben der Wiederherstellung eines Quartiers auf dem neu geplanten Gebäude – mindestens drei Ersatzquartiere angeboten bzw. verbessert werden.

Nach solchen Ausweichmöglichkeiten sei gesucht worden, so der beauftragte Landschaftsarchitekt.

So lange die Mausohren sich aber nicht weglocken lassen und im Lazarett bleiben, darf nach Ansicht des BN kein Abriss vorgenommen werden. Oder ist eine für diesen Fall nötige artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung von der Höheren Naturschutzbehörde (Regierung von Oberbayern) vorhanden?

Sollten die Mausohren sich jedoch für eines der Ausweichquartiere entscheiden, wäre dem Abriss des Lazarettgebäudes rein rechtlich der Weg bereitet. Da allerdings keine Langzeiterfahrungen mit Umsiedlungen von Mausohren vorhanden sind, müsste nach Einschätzung des BUND Naturschutz die Umsiedelungsaktion eigentlich über einen längeren Zeitraum stattfinden und beobachtet werden, was so bisher nicht geplant ist.

Nach der Bundesartenschutzverordnung ist das Große Mausohr „streng geschützt“. In der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie fand es Aufnahme in Anhang II, in dem Tier- und Pflanzenarten stehen, deren Vorkommen bzw. Lebensräume im Rahmen des europäischen Netzes von Schutzgebieten Natura 2000 zu erhalten sind, sowie in Anhang IV. Arten des Anhangs IV stehen unter dem besonderen Rechtsschutz der EU, weil sie selten und schützenswert sind. Da die Gefahr besteht, dass die Vorkommen dieser Arten für immer verloren gehen, dürfen ihre Lebensstätten nicht beschädigt oder zerstört werden.


Kein Glyphosat im Bier!

21.04.2016

 

Gelungene Protestaktion zum Festakt "500 Jahre Reinheitsgebot" in Ingolstadt.

Die deutschen Bierbrauer feierten am 21. und 22. April in Ingolstadt den 500 jährigen Geburtstag des Reinheitsgebotes. Auch die Bundeskanzlerin feierte mit. Der amtierende „Botschafter des Bieres“ Bundesagrarminister Christian Schmidt hatte bereits am Vortag dem Reinheitsgebot und dem deutschen Bier höchstes Lob erteilt. Leider ist das deutsche Bier nicht rein, denn es ist mit giftigem Glyphosat belastet. Laut Weltgesundheitsorganisation ist Glyphosat wahrscheinlich krebserregend. CSU-Minister Schmidt muss dafür sorgen, dass das Bier und andere Lebensmittel wieder sauber werden und darf darum der europaweiten Glyphosat-Wiederzulassung nicht zustimmen.

Der BN weist darauf hin, dass nach wie vor ungeklärt sei, woher die hohe Belastung der deutschen Bevölkerung mit Glyphosat komme. Umfangreiche Urin-Tests hätten gezeigt, dass ein Großteil der Menschen dauerhaft Glyphosat ausgesetzt ist. Studien zur Langzeitwirkung solcher Belastungen gebe es aber nicht, kritisiert der BUND. Neben den krebserzeugenden Risiken könne Glyphosat auch in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen. Unstrittig seien auch Schäden, die Glyphosat in der Natur anrichte. Das Totalherbizid töte sämtliche Pflanzen und gehöre damit direkt und indirekt zu den Hauptverursachern des Artenrückgangs in Flora und Fauna.

Weitere Informationen zu Glyphosat unter http://www.bund-naturschutz.de/presse-aktuelles/pressemitteilungen/artikel/offener-brief-an-staatsminister-brunner-keine-wiederzulassung-von-glyphosat.html?no_cache=1&cHash=90f67b83bcbdf32a4712db3faf05ce9f

Mit Maßkrügen und Bier sowie einem überdimensionalen Banner an einem Kran feierten wir das Reinheitsgebot in Sichtweite der Kanzlerin in Ingolstadt und forderten „Gemeinsam gegen Glyphosat!“ Es geht nicht gegen das Bier oder die Brauer, es geht um Minister Schmidt, der sich vor Industrieinteressen stellt statt die Verbraucher zu schützen.

 

(BN Ingolstadt/ BN Neuburg-Schrobenhausen/ BUND)


Nordostumfahrung Schrobenhausen-Mühlried

Der BUND Naturschutz (BN) lehnt das geplante Vorhaben in Form der Planfeststellungstrasse ab. Wir fordern den sofortigen Stopp der Planung.

Das beantragte Projekt ist insbesondere aus folgenden Gründen nicht genehmigungsfähig:
•    Ein erforderliches Raumordnungsverfahren wurde nicht durchgeführt.
•    Die Planungsunterlagen sind grob unvollständig.
•    Das Vorhaben führt zu Verschlechterungen und Zerstörungen im bedeutsamen Paartal sowie einem    immensen Flächenverbrauch.
•    Die verkehrliche Wirkung des Vorhabens ist gering
•    Das Projekt verstößt gegen die Erhaltungsziele des FFH-Gebietes, insbesondere auch gegen die Erhaltungsziele eines prioritären Lebensraumtyps (Weichholz-Auwald).
•    Es ist anzunehmen, dass artenschutzrechtliche Verbotstatbestände verwirklicht werden.
•    Für das Vorhaben kann weder nach dem Habitatschutzrecht noch nach dem Artenschutzrecht eine Ausnahme erteilt werden kann, da die Ausnahmevoraussetzungen nicht vorliegen
•    Es wird gegen Vorgaben des nationalen Naturschutzrechtes verstoßen; zahlreiche Schutzgüter des nationalen Naturschutzrechts sind negativ betroffen.
•    Die wasserrechtlichen Bestimmungen wurden nicht ausreichend (Hochwasserneutralität) bzw. gar nicht überprüft (Wasserrahmenrichtlinie).

Der Trassenverlauf durch das FFH-Gebiet in den Paarauen wurde mit Pfosten, Balken und Bändern dargestellt.

Wir zeigen, wie die Fahrbahn verläuft (Bild 1):  
Mit 8 - 11 m Breite über eine Brücke 156 m mit Dammschüttungen von 30 bis 36 m Breite und 2,5 bis 7 m Höhe quer durch die Paaraue.
Paartalwanderweg, FFH- und Landschaftsschutzgebiet werden zerschnitten. Der Hochwasserabfluss wird erschwert, deshalb besteht Uberschwemmungsgefahr für den Bereich Aumühle.

Bild 1

Auszug aus der Wanderkarte "Paartal" (Bild 2):

Bei Punkt 17 finden Sie die Aumühle.
Die Trasse überdeckt die Paarauen am Wanderweg.

Bild 2

BN fordert Überprüfung der Stromtrassenplanung

06.11.2014

Von den Planungen des Netzbetreibers Amprion sind mehrere Gemeinden des nördlichen Landkreises betroffen.

„Die Stromtrassenplanung im nördlichen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist noch lange nicht vom Tisch“, befürchtet Günter Krell, der Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz (BN). Der BN glaubt, dass die Energiekonzerne den Bau der Gleichstrompassage Süd-Ost auf jeden Fall durchdrücken wollen – sogar in einer nach Norden und Süden verlängerten Variante, die ihnen wahrscheinlich mehr Profit bringen werde. Zur Energiewende habe der BUND Naturschutz drei Hauptforderungen.


„Die Grundlagen der Netzplanung müssen auf den Prüfstand“, erklärt Krell. Dazu gehörten eine Strategische Umweltprüfung – auch von der EU verlangt - und ein dezentrales Energiekonzept. Überhaupt fehle eine faire und demokratische Alternativenprüfung, wie sie der Verband schon seit zwei Jahren verlange.


Nur der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien könne in Bayern ein Gegengewicht gegen die überdimensionierten zentralen Netzausbaupläne bilden. Als Alternative gegen zentrale Stromtrassen brauche das Land den Ausbau der Windenergie, auch in unserem Landkreis. „Die unsinnige „10H“-Abstandsregelung für Windenergie muss gestoppt werden“, so der Kreisvorsitzende.
Günter Krell erinnert daran, dass im Jahr 2012 gemeinsam mit der Staatsregierung ein Zwölf-Punkte-Maßnahmenkatalog Stromsparen beschlossen wurde. „Wenn man die immensen Potenziale im privaten, kommunalen und gewerblichen Bereich nutzen würde, wären bis zu 20% weniger Stromverbrauch erreichbar“, erklärt der BN.


Eine energie-effiziente Stromerzeugung mit konsequenter Nutzung der Abwärme von Kraftwerken werde auch die wünschenswerte große Bedeutung für den Klimaschutz haben. Die Staatsregierung müsse ein bayerisches Programm für dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen entwickeln. Die Blockheizkraftwerke können auch im Bedarfsfall einspringen, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Auch in unserem Landkreis seien dafür mehrere Standorte denkbar.


Der BUND Naturschutz ist überzeugt, dass nur mit dezentralen Konzepten ein Gegengewicht gegen zentrale Stromtrassen entwickelt werden könne. Die Trassenplanung in unserem Landkreis zwischen Bergheim und Rennertshofen könnte überflüssig werden, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien, das Energiesparen und die effiziente Nutzung der eingesetzten Energie realisiert würden.

 

10.02.2014

Von den Planungen der Netzbetreiberfirma Amprion betroffen sind die folgenden Gemeinden: die Stadt Neuburg mit den Ortsteilen Bergen, Ried, Hessellohe, Laisacker, Gietlhausen, Bittenbrunn, die Gemeinden Bergheim, Rennertshofen, Oberhausen und Burgheim.


Der BN wird weiterhin eintreten für einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und für eine dezentrale Energiewende in Bayern als bessere Alternative zu einer weiteren Förderung der zentralen Stromversorgung mit neuen gigantischen Stromleitungen und zum Bau neuer Gaskraftwerke. Das wäre eine Wende nach rückwärts.

Zum Klimaschutz hat sich die Republik ebenso verpflichtet wie zum Atomausstieg.
Klimaschutz entsteht aber nicht durch Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle oder wie Erdgas in neuen großen Gaskraftwerken.
Klimaschutz entsteht durch Energiesparen, dezentrale Energiekonzepte, mehr Windstrom aus Bayern, mehr Solarstrom von den Dächern, mehr Strom und mehr elektrische Leistung aus Kraft-Wärme-Kopplung.

Der BN kritisiert seit 2011 das Energiekonzept der Bundesregierungen und die daraus abgeleiteten Netzausbaupläne, unter anderem weil darin nie ausreichend Alternativen berücksichtigt wurden.
Der BN als der größte bayerische Umweltverband tritt weiter ein für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien, für eine dezentrale Energiewende, an der sich die Bürger beteiligen können und bei der Wertschöpfung im ländlichen Raum möglich ist und die nicht nur für ein paar große anonyme Gesellschaften da ist.
Der BN tritt für eine Energiewende von unten ein.

Die im Januar und Februar vorgestellten großen 380- und 500kV-Gleichstromleitungen, also die "Thüringer Strombrücke" für Nordbayern und die "Gleichstrompassage Süd-Ost" von Sachsen-Anhalt bis Meitingen beruhen nach Meinung des BN auf einem rückwärtsgewandten Energiekonzept für Deutschland.

Der BN fordert einen naturverträglichen und zukunftsfähigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Strom ist, neben Wärme und Mobilität, nur ein Teilbereich der Energieversorgung und Energiewende. Der BN fordert für eine erfolgreiche Energiewende die Entwicklung dezentraler und kommunaler Antworten und Konzepte.


Dauerhafte Brennpunkte im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

  • Agrogentechnik
  • Bauleitplanung
  • Donaumoos-Entwässerung
  • Kiesabbau
  • Energiewende
  • Straßenbau