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2021: Amphibien gehen auf Wanderschaft

Mitmach-Aktion!

Die milderen Temperaturen und Regenfälle locken Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Sie begeben sich auf einen mühsamen und oft gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern, Weihern und Tümpeln.

Sobald im Frühling die Temperaturen auch an frühen Abenden nicht unter 5° fallen, kommen die Amphibien oft scharenweise aus Verstecken im Waldboden. Ihre Laichwanderung führt sie fast immer über Straßen, die sie dann vor allem in den Abend- und Nachtstunden überqueren wollen. Um die Amphibien vor dem Verkehrstod zu retten, sind in den nächsten Wochen auch in unserem Landkreis wieder die ehrenamtlich Aktiven des BUND Naturschutz (BN) an Straßenrändern unterwegs. Sie haben Amphibienzäune aufgebaut, sammeln die Tiere ein und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite, oft bis direkt ans Gewässer. „Der Klimawandel mit milderen und kürzeren Wintern führt dazu, dass diese Arbeiten immer früher im Jahr beginnen müssen, während das Sammelende gleich bleibt. Damit steigt der Betreuungsaufwand oft enorm“, berichtet Günter Krell, der Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz. In ganz Bayern seien es rund 6000 freiwillige Helfer, die sich um die Laichwanderungen kümmern. „Die Rettung unserer Amphibien ist damit die größte Tier- und Artenschutzaktion Bayerns“, so Krell. „Dennoch gibt es immer wieder Strecken, die aus Mangel an freiwilligen Helfern nicht betreut werden können. Jede Hilfe ist nötig und willkommen!“. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seien jedes Jahr etwa 40 Ehrenamtliche bereit, den Amphibien zu helfen. „Im vorigen Jahr wurden über 5400 Kröten, Frösche und Molche sicher über die Straße gebracht“, berichtet Krell. Neben den Laichwanderungen bei Straß, Kochheim, Weidorf, Brunnen und Königslachen wird auch die feste Leiteinrichtung bei Nähermittenhausen vom BUND Naturschutz betreut, wo heuer eine Zählung der gesamten Amphibienwanderung stattfindet. Die Wasserwacht schützt eine Amphibienwanderung mit Zaun bei Ballersdorf.

Jeder kann mithelfen! Der BN bittet Autofahrer in den kommenden Wochen um erhöhte Aufmerksamkeit, besondere Vorsicht und Rücksichtnahme:

  • Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnschilder an den Amphibienschutzzäunen.

  • Achten Sie an den Stellen, an denen ehrenamtliche Naturschützer Krötenzäune errichtet haben, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln

  • Der BN bittet um Ihre Mithilfe: Sie haben eine Stelle entdeckt, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Oder Sie wollen mithelfen? Dann wenden Sie sich bitte per Mail an: bn-neuburg@web.de oder an das Büro des BN in Neuburg, Tel. 08431-1705.


Erhalt der Moorböden im größten bayerischen Niedermoor muss endlich vorankommen

Mit etwa 180 Quadratkilometern ist das altbayerische Donaumoos das größte Niedermoor in Bayern. Dabei ist das Donaumoos ein wichtiger Kohlenstoffspeicher im Kampf gegen die Klimakrise. Der Moorschwund, der Folge jahrzehntelanger Entwässerung ist führt zur Freisetzung von Treibhausgasen und muss eingedämmt werden. Obwohl das Donaumoos-Entwicklungskonzept von 2000 den Torfkörper-Erhalt schon als Ziel formuliert hat, sind die Fortschritte bisher gering „Daher muss explizit auch der Klimaschutz als Flächenziel ins Donaumoos-Entwicklungskonzept aufgenommen und der Torfkörperschutz viel konsequenter als bisher umgesetzt werden“, fordert Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern. „Im Donaumoos drängt die Zeit, so muss der Ausbau der Fördermittel für moorverträgliche Landwirtschaft große Priorität, als Ministeriums-übergreifende Aufgabe, der Staatsregierung sein. Bayern als großes Moorland muss sich zudem für eine ökologische EU-Agrarpolitik einsetzen, die moorverträgliche Bewirtschaftung fördern nicht deren weitere Zerstörung. Da werden jetzt gerade die Weichen für die nächsten sechs Jahre gestellt“, so Mergner weiter.
„Neue Kartenanalysen zeigen, dass die Flächen mit dem größten Torfschwund diejenigen sind, wo laut dem Entwicklungskonzept Landwirtschaft die Zielsetzung ist. Aus diesem Grund ist eine gemeinsam mit den Landwirten erarbeitete Lösung für den Erhalt des Moores zwingend notwendig“, erläutert Günter Krell, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen.

Eine konkrete Umsetzung könnte mit dem Klimaschutzprojekt „Schorner
Röste“ im südwestlichen Donaumoos beginnen. Bereits 2016 wurde von der
Regierung von Schwaben für das Gebiet der „Schorner Röste“ eine
Machbarkeitsstudie zur Renaturierung erstellt, die eine Umsetzung zum
„Klimaschutzgebiet“ beschreibt. Da große Flächen im Gebiet „Schorner
Röste“ der Stadt München gehören, kann die Stadt hier vorbildlich
vorangehen und eine Vorbildwirkung im Schutz des altbayerischen
Donaumooses für den Klimaschutz einnehmen. Dabei kann eine
erfolgreiche Verwirklichung zeigen, wie Klimaschutz durch Moorschutz in
Zusammenarbeit mit den Landwirten zu erreichen ist.
„Die Umsetzung kann nur gemeinsam mit den Landnutzern aus der
Landwirtschaft und den Eigentümern der Fläche erfolgen, dafür müssen
aber die Rahmenbedingungen stimmen, damit extensiveres Wirtschaften
ohne Einkommenseinbußen möglich ist.“, äußert sich Ernst Haile, 1.
Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Aichach-Friedberg.
„Auch die Ziele des Artenschutzes müssen und können dabei umgesetzt
werden. Positiv zu sehen ist das Renaturierungsgebiet auch für den
dezentralen Wasser- und Regenrückhalt in der Fläche“, betont Dr. Christine
Margraf, stellv. Landesbeauftragte des BN, die großen Synergien im
Moorschutz.
Als ein Trend in der Landnutzung im Donaumoos sind die gegenwärtigen
Planungen von Freiflächen Photovoltaikanlagen erkennbar. Eine der
größten Anlagen Bayerns ist derzeit im Donaumoos bei Berg im Gau am
Schornhof im Entstehen.
„Hier wurde es leider verpasst, die Anhebung des Grundwasserspiegels als
Auflage der Planung zu machen“, so Krell. Der Ausbau der Photovoltaik auf
Moorflächen macht ein Gesamtkonzept erforderlich das die Renaturierung
auf Moorböden (Anhebung des Grundwasserstandes) verbindlich regelt,
Ziele des Artenschutzes umsetzt und gleichzeitig dem Erhalt der
Donaumoos-Kulturlandschaft gerecht wird.

Für Rückfragen:
Annemarie Räder
Regionalreferentin Oberbayern
Tel.: 089/54830114
Handy:01704042797
annemarie.raeder@bund-naturschutz.de


BUND Naturschutz sieht im Artenschutzpaket Aufbruch für die Rettung der Artenvielfalt in Bayern

BN fordert Umsetzung ein und wird dies vor Ort begleiten

Wir begrüßen es sehr, dass die Mehrheit des Bayerischen Landtags den Willen der Bevölkerung für mehr Artenschutz verstanden hat und dies sogar mit einem weiteren Gesetz ergänzt hat“, freut sich Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN).

Das erfolgreichste Volksbegehren in Bayern, die weitgehend konstruktiven Diskussionen in den Facharbeitsgruppen und am Runden Tisch sowie die vielen vor Ort entstandenen Initiativen, sind ein starkes Hoffnungszeichen und ein gemeinsamer Aufbruch für die Rettung der bedrohten Artenvielfalt in Bayern, dem noch viele weitere Schritte folgen müssen.

Dass in unserem Landkreis fast 14 Prozent der Wahlberechtigten für das Volksbegehren gestimmt haben, ist ein klarer Auftrag an die Politik und die Gemeinden, die gesetzlichen Verbesserungen nun auf allen Ebenen mit Leben zu erfüllen,“ sagt Günter Krell, Vorsitzender der Kreisgruppe Neuburg-Schrobenhausen. „Für eine echte Trendwende im Naturschutz benötigen wir mehr Flächenschutz und Schutz der Natur vor Zerstörung, das heißt den Verzicht auf die Südwest-Umfahrung von Schrobenhausen und auf die große Neuburger Ostumfahrung mit Donaubrücke bei Joshofen, nahe bei der vorhandenen Bergheimer Brücke.

Der BN wird mit seinen mehr als 600 Ortsgruppen die Umsetzung des Artenschutzpaketes konkret vor Ort begleiten und die nötigen Maßnahmen einfordern.

Unabhängig von den Gesetzen, die im Landtag beschlossen werden, sind für den BN auch grundlegende Änderungen der Rahmenbedingungen wichtig: „Viele Landwirte sind bereit für mehr Naturschutz, aber sie brauchen die richtigen Rahmenbedingungen“, so Mergner. „Wir erwarten daher von der Staatsregierung nun auch, dass sie aktiv an einer Ökologisierung der EU-Agrarpolitik arbeitet.“ Auch die Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung: „Hier brauchen wir als wichtigen Rahmen eine gesetzliche Begrenzung des Flächenverbrauchs auf 5 ha pro Tag.“ So sei auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seit wenigen Jahren ein bisher unbekannter Bauboom mit erheblichem neuem Flächenbedarf zu beobachten.

In den aktuellen Haushaltsverhandlungen müssen nach Ansicht des BN die nötigen Mittel für mehr Personal eingestellt werden. „Die Umsetzung der Gesetze vor Ort erfordert viel Beratung, Aufklärung, fachliche Begleitung und auch Kontrolle, dafür braucht die Verwaltung an den Unteren und Höheren Naturschutzbehörden wesentlich mehr Personal als bisher“, so Kreisvorsitzender Günter Krell. Es sei bedauerlich, dass z.B. der Schutz der allmählich verschwindenden Wiesenbrüter wie Brachvogel und Kiebitz nicht zu gewährleisten sei und kommunale Ausgleichsflächen nur selten kontrolliert werden könnten, weil in der Unteren Naturschutzbehörde das Personal fehlt.

Ein bitterer Wermutstropfen sei der Beschluss von CSU und FW zur Biotopkartierung, meint Krell. Dieser Zusatzbeschluss erschwere künftig die Biotopkartierung, eine zentrale Fach-Grundlage des Naturschutzes.

 

Für Rückfragen:

Günter Krell

Vorsitzender der Kreisgruppe des BUND Naturschutz

Tel. 08431 64 54 28 oder 0162 28 27 883

E-Mail: bn-neuburg-gk@t-online.de


Kein Glyphosat im Bier!

 

Gelungene Protestaktion zum Festakt "500 Jahre Reinheitsgebot" in Ingolstadt.

Die deutschen Bierbrauer feierten am 21. und 22. April in Ingolstadt den 500 jährigen Geburtstag des Reinheitsgebotes. Auch die Bundeskanzlerin feierte mit. Der amtierende „Botschafter des Bieres“ Bundesagrarminister Christian Schmidt hatte bereits am Vortag dem Reinheitsgebot und dem deutschen Bier höchstes Lob erteilt. Leider ist das deutsche Bier nicht rein, denn es ist mit giftigem Glyphosat belastet. Laut Weltgesundheitsorganisation ist Glyphosat wahrscheinlich krebserregend. CSU-Minister Schmidt muss dafür sorgen, dass das Bier und andere Lebensmittel wieder sauber werden und darf darum der europaweiten Glyphosat-Wiederzulassung nicht zustimmen.

Der BN weist darauf hin, dass nach wie vor ungeklärt sei, woher die hohe Belastung der deutschen Bevölkerung mit Glyphosat komme. Umfangreiche Urin-Tests hätten gezeigt, dass ein Großteil der Menschen dauerhaft Glyphosat ausgesetzt ist. Studien zur Langzeitwirkung solcher Belastungen gebe es aber nicht, kritisiert der BUND. Neben den krebserzeugenden Risiken könne Glyphosat auch in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen. Unstrittig seien auch Schäden, die Glyphosat in der Natur anrichte. Das Totalherbizid töte sämtliche Pflanzen und gehöre damit direkt und indirekt zu den Hauptverursachern des Artenrückgangs in Flora und Fauna.

Weitere Informationen zu Glyphosat unter http://www.bund-naturschutz.de/presse-aktuelles/pressemitteilungen/artikel/offener-brief-an-staatsminister-brunner-keine-wiederzulassung-von-glyphosat.html?no_cache=1&cHash=90f67b83bcbdf32a4712db3faf05ce9f

Mit Maßkrügen und Bier sowie einem überdimensionalen Banner an einem Kran feierten wir das Reinheitsgebot in Sichtweite der Kanzlerin in Ingolstadt und forderten „Gemeinsam gegen Glyphosat!“ Es geht nicht gegen das Bier oder die Brauer, es geht um Minister Schmidt, der sich vor Industrieinteressen stellt statt die Verbraucher zu schützen.

 

(BN Ingolstadt/ BN Neuburg-Schrobenhausen/ BUND)


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