BN-Kindergruppe-Schrobenhausen „Eisvögel“

Jeden 2. Montag im Monat

Leitung: Brigitte Streber, Tel. (08252) 88 92 35

Geschichten über Artenvielfalt und Klimawandel von den Eisvögeln für Irdische und Außerirdische

Kindergruppe „Eisvögel“ erforschen spielend das Goachat

Einmal im Monat trifft sich seit April 2007 die Schrobenhausener Kindergruppe des BN. Ausgerüstet mit Becherlupen, Keschern und Eimern ziehen Brigitte Streber und Gitti Sandner mit 15 Kindern zwischen 7 und 11 Jahren ins Goachat, um Flora und Fauna in und an der Paar zu erforschen. Ohne Druck mit vielen Spielen ermöglichen die Treffen Naturerfahrungen im jahreszeitlichen Wandel.

Riechen, Fühlen, Schauen, Bestaunen aber auch Gruppenspiele stehen im Mittelpunkt der zwei- bis dreistündigen Exkursionen ins Goachat. Die Gruppenleiterinnen erklären den Kindern - am lebenden Objekt - den Unterschied zwischen Erle und Weide oder wie man einen Frosch von einer Kröte unterscheiden kann. Meist mit dabei sind die Lupengläser mit denen sich die heimatliche „Wildnis“, sei es Ameise oder Libellenlarve, ganz genau und in Sicherheit erforschen lässt. Aber auch Naturführer, mit deren Hilfe die kleinen Forscher ermitteln können, welchen Namen der Fund trägt sind im Gepäck der Betreuerinnen.

Auf Tuchfühlung mit Bach und Tümpel bleibt es nicht aus, dass so mancher Gummistiefel Wasser fasst oder auch ein Hosenbein pudelnass wird. Dreckig aber glücklich, das können die Eltern oft beim ersten Anblick ihrer überglücklich zurückkehrenden Sprösslinge feststellen. Raus geht es von Frühjahr bis in den Herbst, im Winter hat die Gruppe im Jugendzentrum ein Dach über dem Kopf gefunden. Hier wird dann gebastelt und gespielt.

Während der Gruppenstunden sind die Kinder über den Bund Naturschutz unfallversichert. Die Jugendorganisation des BN (JBN) unterstützt die Gruppe mit einem kleinen Zuschuss. Die Teilnahme an der Kindergruppe kostet deshalb für Nichtmitglieder 2,50 Euro pro Veranstaltung. Interessierte können sich bei Brigitte Streber unter Telefon (0 82 52) 88 92 35 informieren. Auch Erwachsene, die sich vorstellen können eine Kindergruppe zu leiten, sind herzlich willkommen. Die Ortsgruppe unterstützt selbstverständlich gerne bei der Gründung neuer Gruppen.

 

 

Kinder erwarten schon das nächste Frühjahr

Zur Bekämpfung der zunehmenden Wohnungsnot in den Gärten und Fluren bauten Kinder verschiedene Nisthilfen

2009 endete das Bildungsprogramm des Bund Naturschutz Schrobenhausen mit Holzarbeiten. Unter der fachkundigen Leitung von Ernst Schmid und Ingo Moll zimmerten dreizehn Mädchen und Jungen innerhalb weniger Stunden über zwei Dutzend unterschiedliche Kastenmodelle für Gartenvögel und Hummeln zusammen.

Das Material hatten die beiden schon vorab hergerichtet und in die gut ausgerüstete Werkstatt des Schrobenhausener Jugendzentrums Zoom gebracht. Statt mit Nagel und Hammer ließ Ernst Schmid die Jungwerker erst mal die Oberflächen und Kanten mit Feilen und Sandpapier glätten. Ganz nebenbei erfuhren sie dann von Ingo Moll, dass die Architektur der Kästen, insbesondere die Form der Öffnungen, erheblichen Einfluss auf die zu erwartenden „Pippmatze“, sprich Vogelarten, hat. Kohlmeisen, Haussperling oder Gartenrotschwanz nehmen Kästen mit einem Lochdurchmesser von 32 mm an. Um eine Unterkunft für die kleineren Blaumeisen oder Zaunkönige zu reservieren, darf das Loch aber nicht größer als 26 mm im Durchmesser sein. Der Baumläufer hingegen hat ganz andere Ansprüche, fuhr Ernst Schmid weiter. Er mag´s heimeliger. Für seine Brut nimmt er nur Kästen an, die an der Rückwand eine schlitzförmige Öffnung haben und nach der Montage ganz eng am Baum anliegen mussen.

Etwas gemütlicher ging es in der Insektenwerkstatt von Brigitte Streber und Gitti Sandner im Erdgeschoss des Zooms zu. Dort bastelten die Kinder „Insektenhotels“ für die Wildbienen, speziell für nicht staatenbildende Solitär- oder Einsiedlerbienen. Aus zwei Gründen sind diese Tiere bei den Gärtnern sehr beliebt. Wie die Honigbienen und Hummeln bestäuben sie viele Pflanzen, aber ihnen fehlt der wehrhafte Stachel.

Die Bruthilfen für Insekten sind aus Recycling- und Naturmaterial entstanden. Alte Blechdosen wurden dicht mit hohlen und markig gefüllten Staudenstängeln bestückt und zum Aufhängen ein alter Draht eingezogen. In Hartholzscheiben bohrten die Kinder mit Holzbohrern verschieden große Löcher für die unterschiedlich großen Wildbienenarten. Ganz nebenbei lernten sie von Gitti Sandner, wie unterschiedlich die Arbeit mit Hand-, Akku- und Elektrobohrer ist und wie gut überlegtes und geplantes Arbeiten vor Unfällen und Verletzungen schützt.
Nach drei Stunden mussten die Eltern bis zu drei Kästen nach Hause schleppen und stellten abschließend fest: „So werden unsere Kinder nicht nur Weihnachten, sondern jetzt auch das kommende Frühjahr ungeduldig erwarten.“


Die Mullewaldschule

Gründerin und Leiterin ist Anita Egle, unterstützt von Ihrer langjährigen Kollegin Christine Hall-Walleser.

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Weiterführende Informationen

Waldmulle bekam 2011 Besuch aus Schweden

Schrobenhausener Wald-Mulle bekam Besuch aus Schweden
Kinder waren begeistert von der Mulle-Delegation aus dem hohen Norden

Schrobenhausen (tsj) „Kullikuck“ tönt der fröhliche Erkennungsruf der Mulle-Gruppe des Bund Naturschutz durch den Wald. Heute klingt er aus dem Mund der Kinder noch freudiger als sonst. Der Grund: der erste Schnee? Oder ist es doch der Besuch von Siw und Magnus aus Schweden, der Heimat von Mulle, dem kleinen Fabelwesen? Wohl eher Zweites. Die fünfjährige Charlotte jedenfalls weicht Magnus Linde schon bald nicht mehr von der Seite. Bei dem heiteren Rentner mit der lustigen Sprache im Schlepptau macht Naturerleben anscheinend gleich nochmal soviel Spaß. Wegen der Minusgrade ist heute massig Bewegung angesagt: Bäumchen-wechsel-dich, Fangspiele, Bewegungslieder, Baumstämme schleppen und einen verschneiten Hügel hinunter galoppieren. „Kommt her alle meine Mullekinder“, ruft Anita Egle, Gründerin der Schrobenhausener Mullegruppe. Wahlweise als quirliges Eichhörnchen, staksende Giraffe oder als kriechende Schlange nähern sich die Kleinen – je nach Zuruf.
Beim Wald-Mulle-Experiment ging es dann hochwissenschaftlich zu. Ganz Ohr waren die vier- bis sechsjährigen Zwerge, als es darum ging zu ergründen, was von den mitgebrachten Gegenständen in den Wald gehört. Organisch oder nicht-organisch war die Frage. Es wird munter debattiert und spekuliert. Von der Wäscheklammer und einem Nylonstrumpf, über ein Apfelstück und die Orangenschale bis zum Aluteil und Stahlblechfragment: alles wird anschließend auf ein Brett genagelt. Mit dem Tagesdatum und der gemutmaßten Reihenfolge der Verrottung versehen, wird der überdimensionierte Objektträger mit vereinten Kräften verscharrt. Dort ist er in den nächsten Monaten der Verwitterung ausgesetzt. Im Frühjahr wird dann nachgeguckt, was davon noch übrig geblieben sein wird.  Eine spannende Sache!
Allein durch das Erleben von Flora und Fauna des Waldes würden Kinder lernen, dass man mit der Natur voll Respekt und Umsicht umgehen müsse, erzählt Magnus Linde. Nur durch den Aufenthalt, das Draußensein entstünde eine Liebe zu Naturschönheiten. „Learning by being“ bringt Magnus seine Überzeugung auf den Punkt. Ruhe und Frieden in der freien Natur, über Gräben springen und den Wald erforschen wirken entspannend auf Kinder, ist der Schwede überzeugt.  Kinder und Natur, zwei Pole, die einfach zusammengehören - dick eingepackt sogar im tiefsten Winter, erzählt Siw Linde aus ihrer 25-jährigen Erfahrung als Leiterin des ersten schwedischen Waldkindergartens.
Die Kinder jedenfalls waren von dem Besuch aus Schweden begeistert und hätten die beiden fröhlichen Rentner am liebsten für immer da behalten. Die Zuneigung wurde erwidert: Sichtlich gerührt schien das Ehepaar Linde von der vorbehaltlosen Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Schrobenhausener Mulle-Kinder. Das Versprechen bald wieder zu kommen, haben die Kleinen jedenfalls.

Kindern weltweit gelebten Umweltschutz vermitteln

In ganz Schweden kenne man Siw und Magnus Linde, erzählt Anita Egle begeistert über ihre beiden Landsleute, die sie schon aus Kindertagen in ihrer Heimat auf der Ostsee-Insel Lidingö kennt. Die beiden lebenslustigen Frohnaturen und im Herzen jung geblieben Naturliebhaber sind aktive Umweltschützer der schwedischen Friluftsfrämjandet:  – zu Deutsch Verein zur Förderung der Bewegung an der frischen Luft, mit einem Aktivitäten Spektrum irgendwo zwischen dem Deutschen Alpenvereins oder dem Bund Naturschutz angesiedelt. Sie sind Pioniere der schwedischen Mulle-Bewegung und die Gründer des ersten Waldkindergartens weltweit. Das war im Jahr 1985. Mittlerweile gibt es in ganz Schweden 170 dieser „I Ur och Skur“-Einrichtungen, die übersetzt ins Deutsche bei Wind und Wetter durch den Wald streifen. Davon allein neun im kleinen Lidingö. Ausgehend von Schweden hat sich auch mit ihrer Unterstützung  binnen 50 Jahren die von Gösta Frohms erfundene Geschichte vom kleinen Waldwesen Mulle und der Mullegruppen von Finnland über England, Deutschland, Russland und Lettland bis nach Japan ausgebreitet. Heute ist das Ehepaar im Rentenalter. Was allerdings geblieben ist, ist ihr Engagement für die schwedische Freiluftbewegung und die Verbreitung des Naturschutzgedankens bei den jungen Weltbürgern – rund um den Globus.

Mulle-EU-Projekt in Planung

Auf Stippvisite beim Aresinger St. Martin Kindergarten am Freitag, waren Siw und Magnus Linde begeistert vom Forscherdrang der kleinen Rackern, mit denen sie gemeinsam den nahegelegenen Wald erkundeten. Dem herbstlichen Matschwetter zum Trotz hatten alle sichtlich Freude dran. Kindergartenleiterin Marlene Mair beschloss kurzerhand, von der Idee des kleinen Waldbewohners Mulle angesteckt, tags darauf gleich die Mulle-Waldkindergruppe zu begleiten. Abgemachte Sache ist auch, dass Mair mit zwei Erzieherkolleginnen im kommenden Jahr das Ehepaar Linde und die dortigen Waldkindergärten in Lidingö besuchen wird. In Planung sei auch einen internationalen Austausch zwischen dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, schwedischen Waldkindergärten und ähnlichen Gruppierungen in England, Finnland und Lettland mit einem Förderantrag bei der EU-Kommission auf solide Beine zu stellen.

Naturerfahrung bei Wind und Wetter: Bei Schnee und Minusgraden war für die Mullekinder - neben wettertauglicher Kleidung - Bewegung das beste Mittel, um sich mollig warm zu halten. (Repros: Staimer)
Was verrottet am schnellsten, was nie? Die beiden schwedischen Waldmulle-Aktivisten, Siw (l.) und Magnus Linde, unterstützten Anita Egle (r.) beim hochwissenschaftlichen Wald-Mulle-Experiment. (Repros: Staimer)
(Bilder: Brigitte Streber)